"Demokratie in Cuba?"

Diese Frage beantwortet Carlos Mendez Tovar in seinem Buch mit gleichnamigem Titel allerdings nur in englisch oder spanisch.

Mendez Tovar, gebürtiger Venezolaner, ist Cuba seit 1960 eng verbunden, kennt aber auch die anderen Länder des amerikanischen Kontinents. Ausgehend von der Frage "Was ist Demokratie?" erklärt und belegt er im einzelnen, auf welche Art und Weise sich Demokratie in Cuba verwirklicht.

Dabei gelingt es ihm, eine umfassende Sicht der cubanischen Wirklichkeit zu vermitteln. Vergleichende Statistiken der UNO und anderer Organisationen belegen und erläutern seine Ausführungen, was das Buch nicht nur als Informationsquelle sondern auch als Nachschlagewerk attraktiv macht.

So erfährt der Leser nicht nur, was Erziehung, Sport, Kultur, Arbeit, Gesundheit, Wissenschaft und Technik mit dem Demokratieverständnis Cubas zu tun haben, er erfährt auch etwas über eine neue Konzeption von Leben, wie sie sich aus dieser Demokratie entwickelt hat. "Ein Entwicklungsmodell zum Nachahmen" - wie die UNO-Organisation für industrielle Entwicklung feststellt.

Der zweite Teil des Buches fasst noch einmal die unglaublichen Leistungen eines Landes zusammen, das zum zweiten Mal innerhalb von 40 Jahren gezwungen wurde, sich eine völlig neue Technologie, neue Märkte und neue Handelspartner aufzubauen.

Es befasst sich außerdem detailliert mit dem cubanischen Wahlsystem. Die genaue Darstellung des Wahlvorgangs ermöglicht es dem Leser zu verstehen, dass der Bürger in Cuba kein passives Wesen ist, das seine Stimme nur denjenigen geben kann, die vorher von irgendwelchen Gruppen oder Parteien ausgesucht wurden, sondern dass er es ist, der die Kandidaten bestimmt.

Zum Schluss versteht der Leser nicht nur, warum die "politische Kuriosität", wie die New York Times Cuba bezeichnet, das Modell für eine Demokratie ist, sondern er hat gleichzeitig einen globalen Überblick über die cubanische Wirklichkeit erhalten.

CUBA LIBRE R. Fausten

CUBA LIBRE 1-2000